Krimidinner zu Hause: So gelingt der Abend.
Ein Krimidinner ist der seltene Partyabend, bei dem wirklich alle mitmachen: Jeder Gast spielt eine Rolle, einer ist der Mörder, und beim Dessert wird angeklagt. Damit der Abend nicht im Chaos endet, kommt es auf ein paar Dinge an. Hier ist die Anleitung, die wir selbst für unsere Fälle nutzen.
1. Den richtigen Fall wählen
Achtet zuerst auf die Gästezahl. Die meisten Fälle funktionieren mit 6 bis 8 Personen. Gute Fälle haben optionale Rollen, damit eine kurzfristige Absage den Abend nicht sprengt.
Das zweite Kriterium ist die Beweiskette. Ein Krimi macht nur Spaß, wenn man den Täter wirklich herleiten kann: über Zeiten, Wege und Alibis. Bei schwachen Fällen rät man am Ende einfach – das ist enttäuschend.
Drittens: das Thema. Weihnachten, Silvester, ein Geburtstag oder ein Sommerabend? Ein Fall, der zum Anlass passt, macht Deko, Menü und Kostüme fast von allein.
2. Rollen verteilen – 1 bis 2 Wochen vorher
Schickt jedem Gast seine Einladung mit Rolle und Kostüm-Tipp. Ein Foto der Einladung per Messenger reicht völlig. Wichtig: Nur die öffentliche Beschreibung der Rolle verraten, nie das Rollenblatt mit den Geheimnissen.
Tipp: Gebt extrovertierten Gästen die lauten Rollen (Diva, Playboy, Influencerin) und ruhigeren Gästen Rollen mit Beobachtungsgabe (Ärztin, Fotografin, Kellermeister). Wer der Mörder ist, entscheidet der Zufall – auch der Gastgeber weiß es nicht.
3. Ausdrucken und vorbereiten
Am Tag selbst: Rollenblätter falten und mit Namen beschriften, Hinweiskarten ausschneiden und nach Runden sortieren, den Lageplan in die Tischmitte legen. Die Auflösung gefaltet beiseitelegen – sie wird erst ganz am Ende gelesen.
Für jeden Gast einen Stift und einen Anklagezettel bereitlegen. Namensschilder helfen enorm, weil alle mit Rollennamen reden.
4. Das Menü: drei Gänge, drei Runden
Die bewährte Struktur ist ein Gang pro Spielrunde: Vorspeise mit Prolog und Runde 1, Hauptgang mit Runde 2, Dessert mit Runde 3, danach Anklage und Auflösung mit Kaffee oder einem Digestif.
Kocht nichts, was ständig Aufmerksamkeit braucht. Ofengerichte, Flammkuchen, Risotto aus dem Ofen oder ein Buffet sind ideal – der Gastgeber will schließlich mitermitteln.
5. Der Ablauf am Abend
Zum Start liest der Gastgeber den Prolog vor: Wer ist tot, wo, seit wann? Danach lesen alle still ihr Rollenblatt. Zu Beginn jeder Runde werden die Hinweiskarten dieser Runde vorgelesen, dann erzählt jeder, was sein Blatt für die Runde vorgibt.
Die wichtigste Regel: Alle sagen die Wahrheit – nur der Mörder darf lügen. Und Infos erst in der Runde verraten, in der das Rollenblatt es erlaubt. So bleibt die Spannung bis zum Dessert.
6. Anklage und Auflösung
Nach Runde 3 schreibt jeder geheim auf: Wer war es, mit welchem Motiv, wie kam er an den Tatort, und was ist der wichtigste Beweis? Dann wird reihum aufgedeckt, und der Gastgeber liest die Auflösung vor.
Kleiner Bonus: Wer den Täter mit der richtigen Begründung findet, bekommt einen Preis – eine Flasche Wein oder einfach das letzte Stück Torte.
7. Checkliste für Gastgeber
- Fall passend zu Gästezahl und Anlass gewählt
- Einladungen mit Rolle und Kostüm-Tipp verschickt
- Alles ausgedruckt, Rollenblätter gefaltet, Hinweise sortiert
- Lageplan, Stifte, Namensschilder, Anklagezettel bereit
- Menü mit drei Gängen geplant, das sich gut vorbereiten lässt
- Playlist passend zum Thema
- Auflösung gefaltet beiseitegelegt



